Mama, Zwerge
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Am Rand der
Tischgesellschaft

Kochen für Babys

Die Diagnose ist hart, aber wahr: Ich leide an einer schweren Form der Rezeptdemenz, seit ich Mutter bin. Nicht nur, dass mir meine Lieblingsrezepte gar nicht mehr einfallen, weil ich so oft zu schnellen, unkomplizierten Alternativen greife. Nein, schlimmer noch: In meiner Bestsellerliste steht im ersten Jahr als Mutter der Ratgeber „Kochen für Babys“ auf einem Spitzenplatz. Ein lesenswertes Sachbuch, aber trotzdem: ganz schön deprimierend… Das allerschlimmste aber ist, was ich tatsächlich esse, seit einer meiner größten Wünsche ist, dass Nora genug und am besten noch gesund isst.




Hier die Top Fünf meiner lukullischen Tragödien:

  1. Alles Banane: Seit Monaten schon nehme ich Bananen nur noch in einer Form zu mir: zermanscht und mit einem kleinen rosafarbenen Plastiklöffel. Essen für Zahnlose…

  2. Auf der Milchstraße: Dank der Stillzeit habe ich in wenigen Monaten wesentlich mehr Kümmel-Fenchel-Anis-Tee getrunken, als ich in den 15 Jahren zuvor Alkohol zu mir genommen habe. Prösterchen, auf mich!

  3. Abgekühlt: Weil immer irgendetwas dazwischen kommt, habe ich jetzt seit einem Jahr meinen Kaffee oder Tee in 98,8 Prozent der Fälle nur kalt getrunken – nach dem Wickeln, Umziehen, Wegwischen, Füttern oder Aufräumen.

  4. Alarm mit Darm: Grummelig macht mich auch die frisch brutzelnde Grillsaison – so schön es ist, dass Nora liebend gern Würstchen isst, so bitter ist es, dass ich die abgeschnibbelte Pelle, den unappetitlichen Darm, esse. Das ist wirklich „bäh“. Warum mache ich das eigentlich?

  5. Außenseiter: Selbst vom frischesten Brot bekomme ich immer nur die betonharte Kruste ab. Denn wenn ich Nora Häppchen schmiere, hat sie die erste Scheibe immer gerade dann aufgefuttert, wenn ich die knusprigen Kantenstücke runtergehustet habe.

Bist Du auf den Geschmack gekommen? Dann habe ich noch das hier für Dich: Angeblich ist es eine der einfachsten Sachen auf der Welt, dem Baby ein neues Gemüse vorzustellen. Angeblich. Dass es manchmal auch in einer tränenreichen Tragödie enden kann, davon erzählt dieses Drama – ein zäher Einakter mit massiv traurigem Gemüse und einer ratlosen, aber immerhin gesättigten Mutter…

 

4 Kommentare

  1. JoNa sagt

    Ich hab ne Idee, die schnell umzusetzen ist und euch vielleicht beiden schmeckt: Kleine Nudeln mit Roter Bete und Feta. Sehr leckerrr!

  2. Sinemerle sagt

    Ich erkenne mich wieder 😀
    Ich versuche mich daran zu erinnern was ich als Kind gerne mochte. Dann gibt es doch öfter mal Nudeln (aber immerhin mit Brokkoli oder Spinat) oder Pfannkuchen. Davon sind wir alle groß geworden 😉
    Ich bin die Resteesserin schlechthin. Ob der halb geleerte Teller der 3-Jährigen oder gar der Milchbrei des Babies – ich verwerte alles!
    Und dazu gibt’s kalten Kaffee…

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