DIY
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Hier geht’s drunter und drüber

Hier geht's drunter und drüber: Beim Flechten mit Papier hilft eine ruhige Hand. Foto: Julia Marre

Draußen regnet es. Drinnen schläft das Kind. Und hier geht’s drunter und drüber: Denn ich habe mir für den tristen Tag meine dicke Materialmappe mit Zeitschriftenschnipseln und Kunstkalender-Seiten geschnappt und Mosaike geflochten. Herausgekommen sind Collagen mit Regenwolken-Gemütlichkeit.


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Dass die so hübsch geworden sind, wie sie sind, verdanke ich den wundervollen Fotografien von Hanna Haböck, die ich vor einigen Jahren aus dem lesenswerten „Umag“ ausgerissen habe. Die Wiener Fotografin hat für eine Fotoserie, die das „Umag“ abgedruckt hat, schlafende Menschen in weißen Betten fotografiert. Reduziert. Präzise. Verstrubbelt. Einfach schön. Die Bilder passen so gut zum ruhigen Familienwochenende, dass ich mir die Exemplare „8:13 am“ und „8:27 am“ herausgepickt habe. Und dann habe ich einfach mit dem Stegreifbasteln begonnen.

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Angeln in der Sammelmappe

Ich bin eine unverbesserliche Sammlerin und hebe wahnsinnig viel Krimskrams für mögliche Collagen und DIY-Projekte auf: Verpackungen, Kunstmagazine, Fotografien, Briefmarken, Aufkleber, Stempel, Knöpfe, Preisschilder – es gibt nichts, das es in meinem monströsen Bastelschrank nicht gibt. Was ich nun beim häufigen Basteln mit Kleinkind sehr schätze. Und bei Projekten wie diesen, bei denen ich zwei Künstler miteinander verkuppeln will. Denn in die weißen Fotografien wollte ich dunkelblaue Regenwolken einflechten. Und dafür habe ich zwei sehr passende Bilder gefunden: das Gemälde „Blues“ von Adolph Gottlieb, einem US-amerikanischen expressionistischen Maler. Und das Bildobjekt „Concetto spaziale – Attese“ vom argentinischen Leinwandschlitzer Lucio Fontana. So wurde aus dem Flechten eine Art Blind Date verschiedener Künstler.

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In die Fotografien habe ich im Abstand von 0,7 Zentimetern Linien geschnitten. Und die blauen Gemälde habe ich in 0,7 Zentimeter breite Querstreifen zerteilt. So konnte ich das Bild, wie es war, in die Fotografie hineinweben. Besonders einfach ging das, als ich die blauen Gemäldestreifen oben spitz angeschnitten habe, sodass ich eine Spitze durch die anderen Papierschlitze schieben konnte. Dann hat es kaum gehakt und ging einfacher hindurch zu fädeln.

 

Du möchtest auch Papierflechten:

Dann nichts wie los! Du brauchst nicht viel fürs Weben:

  • einen Cutter
  • eine feste Unterlage
  • ein Lineal
  • ein paar Kopfrechnen-Skills
  • eventuell Papier für Skizzen
  • und hübsche Bilder, Musterpapier oder Fotografien

Und schon kann’s losgehen. Viel Freude beim drunter- und drüberflechten!

4 Kommentare

  1. Rosy | Love Decorations sagt

    Liebe Julia,

    das sieht ja toll aus – gefällt mir richtig
    Ich glaube, das letzte Mal als ich diese Flechttechnik angewendet habe, war für Osterkörbe, das ist gefühlt auch schon wieder ein halbes Leben her… Dabei kann man so Schönes damit anstellen!

    Wünsche dir auf diesem Wege noch ein schönes Restwochenende und liebste Grüße,
    Rosy ♥

    • Liebe Rosy, ich freue mich, wenn Dir das Kunstwerkchen gefällt. Ich habe auch immer Spaß an diesen Arbeiten. Genieß Deinen Sonntag!

  2. Steffi sagt

    Hi Julia, das ist so toll geworden, voll schön! Wollte ich auch schon immer mal ausprobieren.

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