Mama
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Kinder, die auf Ziegen starren

Auf dem Bauernhof und im Streichelzoo kann man was erleben. Auch als Mutter. Foto: Julia Marre

Sie ist wieder da: Seit ich Mutter bin, habe ich meine Begeisterung für Tiere wiederentdeckt. Das konfrontiert meinen Mann oft mit Monologen, die ihn zutiefst irritieren. „Du, Schatz“, sage ich dann, „heute in der Fußgängerzone haben wir drei Hunde getroffen und sieben Tauben gejagt. Ist das irre?!“ Hätte ich mir selbst so einen Satz vor drei Jahren gesagt – ich hätte mir einen Vogel gezeigt.

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Alles fing an mit… ja, womit eigentlich? Mit den Hormonen? Unwahrscheinlich, denn als ich gerade den Führerschein für den Kinderwagen in der Tasche hatte, war ich noch ein Hunde(kot)hasser. Schuld ist eher unser erster Urlaub auf dem Bauernhof, der Nora vor Begeisterung ausflippen ließ. Ständig. Juchend rannte sie zum Kaninchenstall. Sehnsüchtig schaute sie wieder und wieder in die verlassene Box des Esels. Stundenlang beobachtete sie die Ziegen.

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Der Tier-Parcours durch die Felder

Ihre Freude hat mich angesteckt: Heute weiß ich, welche Route ich während unserer abendlichen Mutter-Kind-Radtour wähle, um die nächste Kuhwiese, die Schafweide und das Hühnergehege zusammen abzugrasen. Ich habe gelernt, zu welcher Uhrzeit wir die streunenden Katzen bei ihrem Date nebenan im Park beobachten können. Ich habe beobachtet, wann unser Nachbar seinen Hund in den Garten schickt und wir rüberwinken können. Ich weiß, welcher wilde Gebirgsbach ein Flop ist, weil die Enten ihn meiden – und wo im Umkreis von zehn Kilometern die besten Teiche zum Entenfüttern sind. Spaziergänge durch den Wald führen natürlich immer am Wildschweingehege vorbei. Und unsere exzessiven Vogelfutter-Skills im Winter haben dazu geführt, dass Nora die wohl einzige Zweijährige auf der Welt ist, die Amseln, Rotkehlchen, Blaumeisen, Tannenmeisen, Rotschwänzchen, Spatzen, Stare und Buchfinken voneinander unterscheiden und benennen kann. Schade, dass es keine Kinderwette und kein „Wetten dass…?!“ mehr gibt…

Bullshit-Bingo: Das Mütterspiel für den Streichelzoo

Bitte ausdrucken und mitnehmen: Das Spiel für Mütter im Streichelzoo

Bullshit-Bingo für den Streichelzoo

Es gibt nur eines, das mindestens genau so schön ist wie ewig Tiere anzustarren: sich selbst und anderen Müttern und Kindern dabei zuzuhören, was sie vor Maschendrahtzäunen und an Hundeleinen so alles sagen und befehlen. Deshalb habe ich Euch ein Streichelzoo-Bullshit-Bingo fertig gemacht.

4 Kommentare

  1. Haha! Bullshitbingo für den Streichelzoo ist ne gute Idee! Bei uns gehört noch ein: ‚Nein! Nicht ablecken! (Tiere, Zäune, Futter)‘ dazu.
    Liebste Grüße, Sandy

  2. Hihihi, am liebsten mag ich „Der Mais ist für die Tiere“! Beim letzten Tierparkbesuch wurden sowohl die Karotten als auch der eigens vom Betreiber ausgegebene Zwieback von unseren Küstenkindern verschlungen 🙂

    Viele liebe Grüße vom Meer
    Küstenmami

    • So muss das doch sein, da lohnt sich der Besuch gleich doppelt: Die Kinder haben etwas gelernt und sind obendrein noch satt 😉

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