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Schatzi, schenk mir ein Fotobuch!

Schatzi, schenk mir ein Fotobuch! Blättern im Babyalbum. Foto: Julia Marre

„Moritz Moppelpo“ und „Der Grüffelo“ können sich warm anziehen: Nora hat ein neues Lieblingsbuch. Auf dem Cover und auf den 132 Seiten im Innenteil geht es um nur eine Person: um sie. Das fasziniert sie. Und es macht all ihre Omas, Onkel, Cousins, Opas und Großtanten sehr, sehr glücklich. Von ihnen habe ich einen Satz nämlich oft gehört: „Schatzi, schenk mir ein Fotobuch!“ haben sie alle gefordert. Nun haben sie eins. Wie das aussieht und warum das Gestalten ein emotionaler Schnelldurchlauf war, liest Du hier.

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Unsere externe Festplatte krächzt und blinkt und schnauft manchmal: 4115 Fotos haben wir in ihrem ersten Lebensjahr von Nora gemacht. Im zweiten waren es 3091. Und die meisten dieser 7206 Digitalbilder hängen weder an der Wand, noch stehen sie gerahmt auf dem Schreibtisch. Nein, sie schlummern auf dem Massenspeicher. Bis jetzt. Denn nun steht bei uns das Nora-Fotobuch im Bücherregal. Und bei den Omas. Bei den Tanten. Bei allen Cousins. Bei den Opas. Und beim Großonkel.

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Nora weiß genau, wie der Hase läuft. Weil ich sie so gern fotografiere, zückt auch sie jeden Morgen ihre Spielzeug-Kamera. Fummelt an den Knöpfen herum, guckt lange durch den Sucher und sagt: „Klick. Klick. Maaaaaama, lächeln! Klick.“ Dann – auch das ist jeden Morgen so – ruft sie mich zu sich: „Looooooos, angucken!“. Und hält mir den Fotoapparat hin. Nora weiß: Fotografie spielt bei uns eine große Rolle. Eine noch größere übrigens, seit ich Mutter bin. Ein Kleinkind zu fotografieren, ist wieder und wieder eine schöne Herausforderung. Und der Grund, weshalb wir Tausende Bilder in allen möglichen Situationen von unserer Tochter haben.

Zwei Jahre im emotionalen Schnelldurchlauf

Ich gebe zu: Genau deswegen habe ich mich ewig davor gedrückt, ein Fotobuch zu gestalten. Wer will schon 7206 Digitalbilder sortieren und bearbeiten?! Darauf hat nicht mal Photoshop-Philipp Lust. (Viel lieber habe ich also am Baby-Scrapbook gebastelt, das immerhin eine Woche von Noras Leben in wirklich hübschen Collagen, Fotos und Papierschnitten abbildet. Eine Woche – von mittlerweile 114. Natürlich werde ich das bei dem Aufwand nie aufholen können.) Aber ein Fotobuch zu bestücken, bedeutet immer, gleich für eine halbe Ewigkeit im Fotoarchiv zu verschwinden. Oder? In diesem Fall war das Abtauchen jedoch viel schöner, als ich erwartet hatte: Ich habe nämlich an einigen verregneten Winterabenden zwei wunderschöne Jahre im emotionalen Schnelldurchlauf durchleben können. Ich habe laut gelacht, als ich wieder gesehen habe, dass Nora auf jedem Urlaubsfoto die Zunge ausstreckt, um die steife Salzbrise an der Nordsee zu schmecken. Ich habe Appetit auf Zimtsterne bekommen, als ich die Fotos von unserem weihnachtlichen Backen entdeckt habe. Ich habe gestaunt, dass sie kaum stehen konnte und im Streichelzoo schon die kleinen Hängebauchschweine gestreichelt hat. Ich habe geschmunzelt, als ich die Bilder von ihren allerersten Krabbelversuchen angeklickt habe: Sie fing urplötzlich an, sich rückwärts aus dem Wohnzimmer zu schieben. Mit vor Erstaunen weit aufgerissenen Augen, was sie da gerade anstellt.

Platz für die persönliche Note: Handschrift

Weil ich nicht nur gern fotografiere, sondern auch zeichne, habe ich mich in dem Buch bewusst dagegen entschieden, alle Situationen zu beschriften. Meine Handschrift ist zwar nicht die Schönste, aber ich habe ein Faible für Handlettering. Mit Fotobuch-Software habe ich außerdem schon viele Babyalben für Freunde gestaltet und jedes Mal gemerkt: Es ist besonders reizvoll, wenn man die Bücher handschriftlich ergänzt. Also habe ich mich bewusst für viel weißen Freiraum entschieden. So ist Platz für kurze Notizen und Erinnerungen, Zitate und Daten.

Am besten Inspirationen sammeln

Was Kinder- und Babyfotos angeht, mag ich echte Fotografie und dokumentarische Serien von Spielszenen oder gemeinsamen Projekten. Die inszenierten Babyshootings von Anne Geddes mag ich überhaupt nicht. Für unsere Mutter-und-Kind-Fotoshootings sammle ich permanent Inspirationen. Kinderfotos, die mir besonders gefallen, hefte ich auf meine Pinterest-Pinnwand. Im Bücherregal liegt Jen Altmans wunderbares Buch „Photographing your Children“, das mich schon zu vielen Ideen inspiriert hat. Was meist völlig ausreicht: eine fürs Kind spannende Ausgangssituation, wie das allererste Date mit einer Torte.

Seit das Hochglanz-Premium-Nora-Buch bei uns eingezogen ist, laufen unsere morgendlichen Rituale übrigens anders ab. Nora tänzelt zielsicher aufs Bücherregal zu. Die Spielzeug-Kamera in der einen Hand, zieht sie selbstverliebt ihr Fotobuch aus dem Fach und setzt sich damit aufs Sofa. Dann ruft sie: „Loooos, Mama: Buch vorlesen!“ Und mir fällt ein: Stimmt ja, ich wollte die 132 Seiten ja noch handschriftlich ergänzen…

Dieser Post ist entstanden auf Anregung von www.ifolor.de: Das Unternehmen hat das Fotobuch zur Verfügung gestellt und den Beitrag honoriert.

6 Kommentare

  1. Vielen Dank für deine Verlinkung! Einen tollen Blog hast du, da komme ich gerne öfter vorbei. 🙂
    Liebe Grüße, Judith

  2. Julia F. sagt

    Oh Julchen,,,, Das ist so schön geschrieben und hat mich veranlasst, auch unser Fotobuch gleich nochmal zur Hand zu nehmen. Wobei deine Bilder natürlich viel künstlerischer sind!!! Respekt!!!
    Vielleicht kannst du auch mal über ein „Leben nach den Feuchttüchern“ schreiben 🙂
    GLG aus Kölle

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